SIDO - MYSPACE SECRET SHOW IN BERLIN

31.05.2008 | von sh2k
Aggro Berlin's und seit neustem auch Universals Goldjunge Sido feiert seine Releaseparty als "MySpace Secret Show" im Berliner Club "103" und man kann sich sicher darüber streiten, ob das die richtige Aktion war. Ungefähr 80 bis 100 handverlesene MySpace-User waren mit am Start, der Rest bestand aus ...
geladenen Gästen, welche sich hauptsächlich aus Mitarbeitern von Universal und MTV zusammen setzten. Das bedeutete: 100 Leute gehen ab, schreien und tanzen, rappen mit - der Rest steht rum ist zu cool für alles. Das führte letztendlich dazu, dass Sido doch einige hämische Kommentare abgab und mit der Performance des Publikums nicht so ganz zufrieden war: "Alle die jetzt nicht mitgeschrieen haben kriegen einen Ficker, zeigt den Ficker!" Allerdings muss man dazu sagen, dass auch der Hauptdarsteller nicht ganz auf der Höhe war, was aber am glückseligen Zustand, welcher sich durch den Genuss von scheinbar zu viel Jägermeister, gelegen haben dürfte und deshalb auch ein bisschen witzig war. Im Weiteren gab es Tracks vom neuen Album, das inhaltlich tatsächlich ganz neue Wege zu berschreiten scheint und deutlich den Willen des Künstlers zeigt: "Ich mach das jetzt mal ganz anders als die anderen hier und vor allem mach ich es ganz anders als ich es bis jetzt gemacht habe." Bereits bekannt sind natürlich die Texte von der Doppel A Seiten Single "Augen auf/Halt dein Maul", dann ein Stück, dass sich mit der inneren Zerissenheit des menschlichen Gewissens beschäftigt und den schönen pathetischen Titel "Hör auf dein Herz" trägt und das wirklich witzige Duett mit Sidos Lebensgefährtin und Ex-Sängerin der Band "Nu Pagadi", Doreen Steinert, in dem sie sich offensichtlich über die Prolligkeit ihres Freundes beschwert und deshalb den Titel "Nein" trägt. Beyoncé schlägt zurück. Der Tanzstil ist ein bisschen abgeguckt, wirkte dafür aber ganz symphatisch. Vor allem kam das ganze relativ selbstverständlich rüber, was durchaus auch anders sein könnte, denn schliesslich sind poppige Casting-Bands und Rapper aus dem Game noch immer zwei relativ unterschiedliche Welten. Nebenbei gab es noch diverse Gäste wie Harris, Frauenarzt und Tony D., die zumindest im Fall von Frauenarzt ein bisschen durchgedrehtes Mallorca-Feeling in die Bude brachten, zumindest war die Bühne voll mit Konfetti. Alles in Allem war es nicht das Überspektakel, aber ganz nett. Auch wenn der Laden voll ist - 100 Hardcore Fans gegen 200 Industriemitarbeiter sind einfach nicht genug für eine richtig gute Party. Da muss man mehr "Pöbel" reinlassen. Schliesslich werden die CD's immernoch für die Fans gemacht und vor allem auch von diesen gekauft und nicht von sogenannten "Geschäftspartnern", welche die Dinger sowieso umsonst bekommen und sich die Sachen dann nicht mal anhören - traurig.
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